Ich hätte mich schlagen können für diesen Gedanken. Ich hatte ein Date, nein, kein Date, verbesserte ich mich in Gedanken, mit einem heißen, netten Junge der auch noch die gleichen Interessen hatte wie ich.
Während Jason das Feuer anmachte betrachtete ich ihn. Er sah umwerfend aus. Er hatte es irgendwie geschafft seine braunen Haare zu ordnen, und seine wunderschönen blauen Augen strahlten. Ob das an mir lag? Ich verbannte den Gedanken irgendwo in den hintersten Winkel meines Gehirns und betrachtete ihn stattdessen weiter. Er hatte ein weißes Hemd an, darüber ein schwarzes Cardigan, trug aber Jeans. Sehr enge Jeans, wie ich feststellte. Ich musste zugeben er war heiß. Und ich fühlte mich zu ihm hingezogen. "Was denkst du?", er drehte sich zu mir um. Ich zuckte zusammen. Ob er erraten hatte... "Ich denke nur wie lieb dass Ganze von dir ist, und das du ein total netter Kerl bist!" Das war nicht gelogen. "Ich bin froh dass du da bist!", entgegnete er und lächelte mich wieder mit diesem besonderen Lächeln an.
Ich ließ mich von ihm hochziehen, etwas beschwipst von dem Glas Sekt das ich mir andrehen ließ. "Und was jetzt?" Wir hatten geredet, gegessen und noch mehr geredet. Ich hatte erfahren dass er einen Kumpel in Berlin hatte, ich hatte ihm etwas über Soraya erzählt. Nichts von Ryan. Mist. Ich biss mir auf die Lippe. Ich wollte diesen Abend genießen und nicht dauernd an ihn denken. "Wir könnten schwimmen!", schlug Jason vor. "Schwim-men?", ich dehnte das Wort. Ich hatte keinen Bikini oder Badeanzug dabei. "Ja!", er lächelte mich an. Irgendwie spürte ich dass ich etwas Verbotenes tun wollte. Ich hatte genug davon immer der brave Schatten Sorayas zu sein. "Warum nicht?" ich ignorierte die Stimmen in meinem Kopf, die mich warnten und rannte vor raus. Ob es die Wirkung des Alkohols oder die Anwesenheit Jasons war, oder weil ich einfach mal glücklich sein wollte wusste ich nicht. Aber ich schwor mir den Tag zu genießen.
Ich zog mir mein T-Shirt mit dem Schnurrbart über den Kopf und war froh den schwarzen BH angezogen zu haben. Ich konnte Jasons Blicke spüren, aber sie zeigten mir das ich etwas besonderes war, das auch ich hübsch war. Ich wandte mich ihm zu und beobachtete ihn während er sein Hemd aufknöpfte. Seine Brust war muskulös, braun gebrannt und ich spürte wie ich verrückt nach ihm wurde. Er zog seine Jeans ebenfalls aus. Er hatte eine dieser langen Badehosen wie Jungs sie hatten an. Hatte er das alles geplant?, fragte ich mich. Ich streifte die dunkel getönte Feinstrumpfhose ab und zog den Rock aus. Jetzt fühlte ich mich verletzlich. 'Beruhig dich. Wir gehen nur schwimmen.', sagte ich zu mir selbst. Aber mein Puls beschleunigte sich trotzdem.
Vorsichtig lief ich ins Wasser. Seltsamerweise war es total warm. Einen Schritt nach dem anderen. Einen Atemzug nach dem anderen. Die Narben auf meinem Arm waren noch deutlich sichtbar. Ich bereute es nicht. Trotzdem hatte ich Angst er würde sie entdecken und glauben ich wäre ein psychokranker Freak. War ich das nicht? Ich warf mich ins Wasser bevor ich weiter darüber nachdenken konnte und schwamm davon. Hinter mir hörte ich Jason ins Wasser kommen. Er schwamm auf mich zu. "Du fängst mich nicht!", hörte ich mich rufen und beeilte mich schneller zu schwimmen. Ich musste lachen, so verrückt kam mir die Situation vor. Der Mond schien auf das Wasser und ich drehte mich im Kreis bis ich gegen einen warmen Körper prallte. "Ich habe dich gefangen!" Seine Stimme klang verlockend und ich lehnte mich gegen seine Brust. Ich hörte sein Herz ein wenig schneller schlagen. Er wollte mich ebenso wie ich ihn. Im Moment wollte ich mich einfach nur geborgen fühlen, ich brauchte jemanden dem ich vertrauen konnte. Ich wollte allen zeigen dass ich ebenso gut einen Freund haben konnte wie Soraya. Und wenn man die Wahrheit wollte- Ich empfand definitiv etwas für ihn.
Der Moment in dem sich unsere Lippen berührten war wunderschön. Es kam mir so unwirklich vor, wie in einem Märchen. Und der Prinz küsst die Prinzessin. Seine Lippen waren weich, warm und tröstend. Und sie spendeten mir Trost und Mitleid und ich klammerte mich an sie. Es war wie ein Feuerwerk der Berührungen. Meine Hände fanden wie von selbst seinen Rücken und er umarmte mich. Ich ließ es zu und wir gaben uns einander hin.

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