Sonntag, 20. Januar 2013

Kapitel 2- Teil 2

"Du bist also Nora Black, wohnhaft in Rosenhagen?" Ich nickte. "Und du bist Jayson Raffon und stammst aus Berlin?" Jason lächelte. "Ich möchte mehr über dich erfahren!" Zum ersten Mal seit all das begonnen hatte stahl sich ein winziges Lächeln auf meine Lippen. "Hübsch siehst du aus wenn du lächelst!" Jetzt schaute ich verlegen. Jason war so nett dass es mir schon fast unwirklich vorkam. Wir saßen gemeinsam in dem winzigen Eiscafe und ich trank eine Eisschokolade während Jason sich mit jeder Menge Eis vollstopfte. "Hast du Lust heute Abend mit mir wegzugehen?" Jason lächelte mich offen an, aber ich erstarrte. Ein Date? Ich wollte kein Date mit ihm. Ich liebte Ryan. "Nur als gute Freunde!", Jason sprach meine Gedanken aus. Ich überlegte. Was konnte schon falsch daran sein einfach nur Spaß zu haben. "Warum nicht?", fragte ich und irgendwie fühlte ich mich freier. Ich hatte eine Verabredung mit dem ersten Freund den ich nicht mit Soraya teilen musste.
Ich hatte meine Schokolade ausgeschlürft und stand auf. "Ich denke ich muss gehen!" Ich wollte es nicht übertreiben. Ich hatte Angst dass zu viel Glück das Gegenteil hervorrufen würde. "Ich hole dich ab!" Jason winkte mir nach. Ich spürte seinen Blick auf meinem Rücken und musste mich beherrschen mich nicht umzudrehen. Den Rest des Weges nach Hause rannte ich. Ich fühlte mich als müsste ich die Power loswerden.
Zuhause sprang ich unter die Dusche und versuchte zu ignorieren dass Soraya bei Ryan war. "Denk an Jason! Denk an Jason!", sagte ich mir. Aber es half nicht. Das Loch in meiner Brust war immer noch da. Das warme Wasser dass über meinen Körper lief vermischte sich trotz allem mit Tränen. Wie viele Tränen konnte ein Mensch verweinen? Niemand würde sie verstehen wenn sie diese Frage stellte. "Ryan ist nicht nur eine Teenagerliebe!", murmelte ich und drehte das Wasser entschlossen ab.
Ich stand lange vor dem Spiegel und überlegte was ich mit meinen Haaren machen sollte. Ich entschied mich dafür sie offen und lockig und eine Strähne zurückgesteckt. Ich föhnte meine Haare, schminkte mich und sah das fremde und zugleich so vertraute Gesicht im Spiegel an. Ich sah anders aus. Ich strahlte mehr. Ich war nicht mehr so blass und ich sah richtig hübsch aus. Ich hatte mich nicht mehr mit Soraya verglichen sondern war selbstständiger geworden. "Danke Jason!", flüsterte ich meinem Spiegelbild entgegen und legte Lipgloss auf.

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