Sonntag, 13. Januar 2013

Kapitel 2- Teil 1.



Ich hatte mich immer mehr in mir selbst verkrochen, hatte alles in mich hineingefressen, alles versucht zu vergessen. Soraya und Ryan waren kaum mehr getrennt zu erreichen. Ich merkte allerdings das alles schon wieder auf das Ende ihrer Beziehung hinführte. Warum brauchte Soraya immer ihre Spielzeuge? Sie war in dieser Hinsicht wie ein Trampeltier. Sie zerstörte alles. Sie würde Ryan das Herz brechen, hatte mir das Herz gebrochen und merkte all das nicht einmal. Sie war so egoistisch.
Ich legte den Kopf auf meine Arme und beobachtete das Meer. Konnte man durch so viel Schmerz langsam imun dagegen werden? Bevor ich anfing zu weinen krallte ich meine Fingernägel in meine Hose. Schmerz durchflutete mich, und mein Körper kämpfte erfolgreich gegen die Tränen. Es war schon spät und es begann dunkel zu werden. Ich wusste das ich langsam nach Hause gehen sollte. Wiederwillig stand ich auf, verstaute mein Tagebuch in dem Boot und verließ meine Höhle. Draußen fuhr ein starker Wind über den steinigen Boden und ich fröstelte. Die Geborgenheit der Höhle war nicht länger da, ich stand wieder mitten im Leben. Eine Strähne meiner Haare fest umfasst fing ich an über den steinigen Weg zu klettern. Ich wusste wie ich meine Füße setzen musste, und fand den Weg gut. Mittlerweile war es richtig dunkel, aber die Dunkelheit machte mir keine Angst. "Sollen sie mich doch killen!"; flüsterte ich den unsichtbaren Verbrechern zu die ich früher hinter jeder Wand hatte lauern sehen. Ich stapfte weiter Richtung Heimat.
Plötzlich stieß ich auf etwas Weiches vor mir. Erschrocken schrie ich auf. Nicht laut aber laut genug. "Oh Entschuldige Bitte!" Die Stimme vor mir schien männlich zu sein und hatte einen angenehmen freundlichen Klang. "Nicht schlimm...", entgegnete ich und unterdrückte das Zittern meines Körpers. Wer war dieser Jemand? "Nein wirklich! Es tut mir Leid! Wo musst du denn hin?" Dieser Jemand schien nicht bösartig zu sein und so wurde ich sicherer. "Nach Rosenhagen!", entgegnete ich.
"Dann haben wir den selben Weg! Nenn mich doch Jayson!" Wir stapften los in Richtung Heimat. Was hatte Jayson um diese Zeit hier zu suchen? "Ich bin Nora! Ich war bei den Klippen..." Irgendwie hatte ich das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen. Ich konnte zwar nicht sehen wie Jason mich anlächelte aber ich spürte es und mir wurde ganz warm. "Ich hatte einfach das Gefühl etwas allein sein zu müssen!", erklärte er. Ebenso wie ich, dachte ich. Wir hatten eine Gemeinsamkeit, und irgendwie fühlte es sich gut an einen Verbündeten zu haben. "Ich wohne eigentlich bei Berlin, aber meine Eltern sind getrennt und mein Vater wohnt hier. Naja dann bin ich eben zu meinem Vater gezogen! Ist zur Zeit alles ein wenig chaotisch..." Er brach ab und ich verspürte Mitleid. "Bei mir ist auch nicht alles so wie es sein sollte..."
Mittlerweile waren wir an meinem Haus angekommen. Es gab mir einen kleinen Stich dass ich Jayson jetzt verlassen musste. "Ähm ich muss jetzt hier rein!" sagte ich wenig klug. Jayson lächelte mich an. "Tschüss Nora! Wir sehen uns!" Ich nickte und sah ihm nach. Er war groß und hatte braune Haare und ein fröhliches, lächelndes Gesicht. Hatte ich einen Freund gefunden? Einen Freund den ich mir mit niemandem teilen mussten? Zum ersten Mal seit der Sache mit Ryan und Soraya verspürte ich irgendwo tief in meinem Körper ein Glücksgefühl.
Tumblr_lh45z6guql1qej7yoo1_500_large

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen