Samstag, 15. Dezember 2012

Kapitel 1- Teil 2



Sie waren zwei Monate zusammen. Jedes Mal wenn ich sie sah hatte ich ein Stechen im Herzen das sich in meinem gesamten Körper ausbreitete als hätte ich elektrischen Strom durch meine Adern gejagt. Soraya hatte nicht bemerkt wie sehr ich mich von ihr fernhielt. Sie war viel zu sehr mit Ryan beschäftigt. Sie hatte schon öfter einen Freund gehabt, ich hatte auch schon ein paar aber unsere Freundschaft hat keinen Abriss bekommen. Für uns beide war Freundschaft immer wichtiger als Liebe gewesen. Wie schnell sich das doch alles ändern konnte.
Jetzt waren wir nicht mehr Soraya und Nora die Schwestern, sondern nur noch Soraya und ihre Schwester Nora. Soraya hatte mich im Stich gelassen und das schmerzte so sehr das ich kaum noch genügend Luft zum Atmen hatte. Ich hatte außer Soraya niemanden, sie hatte Ryan.

Ich war auf dem Weg nach Hause. Ich kam von der Schule, und freute mich darauf in eine Decke gekuschelt mein neues Buch lesen zu dürfen. Den Strandweg hatte ich genommen, da ich keine Lust hatte neben den oberflächlichen Zicken über die karge Straße nach Hause zu laufen. In meine Gedanken versunken bemerkte ich nicht wie nahe ich Sorayas Platz kam. War sie hier? Vielleicht war das die Gelegenheit um mit ihr über Ryan zu reden. Ich spähte hinüber und erkannte eine rote Jacke zwischen den Dünen liegen. Das war Sorayas. Das war die Gelegenheit alleine mit ihr über meine Gefühle zu sprechen, so wie wir es schon so oft getan hatten. Ich rannte über die Hügel zu ihr, nichts konnte mich aufhalten.
Bis ich sie hörte. Aprupt stoppte ich. Ich wusste ich sollte weg. Ich dürfte nicht hier sein. Aber es zog mich hinter die Dünen. Adrenalin pumpte durch meinen Körper, mir wurde schwindelig als ich sie sah. Soraya lag in Ryans Armen und küsste ihn genüsslich.
Als ich sie sah zerbrach etwas in mir. "Nein!", flüsterte ich tonlos. Aus meinem Mund kam kein einziger Laut. Mein Körper wusste nicht genau was da in meinem Herzen passierte. Es war zu viel. So ungerecht. Ich zwang mich mich umzudrehen und wegzulaufen. Weg von ihnen. Weg von Sorayas und meiner Freundschaft. Nichts würde mehr so sein wie es war.

Soraya merkte nicht was mit mir los war. Sie merkte nicht dass ein Teil von mir zerbrochen war. Es war so ungerecht. Sie hatte alles und ich hatte nichts. Soraya war so hübsch, und jeder mochte sie weil sie einfach liebenswert war in ihrer Art. Ich hingegen war nicht hübsch mit meinen langendunklen Haaren die sich weder lockten noch glatt waren, die einfach seltsame Formen hatten und meiner undefinierbaren Augenfarbe. Ich war auch nicht liebenswert, da ich immer etwas schüchtern gegenüber Fremden war und auch keine Freunde hatte. Bis vor Kurzem hatte das nichts ausgemacht. Wenn ich schüchtern war, war Soraya immer aufgeschlossen. Wenn ich alleine war war sie da. Jetzt war sie es nicht mehr. Wegen Ryan. Dem Jungen den ich geliebt hatte. Der Junge der Soraya liebte. Ich legte den Kopf in meine Hände und weinte.

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